Wohngebiet „Neues Usbekistan“ in der Provinz Buchara. Foto: Pressedienst des Präsidenten Usbekistans
Die Behörden Usbekistans haben geplant, den Anteil der Renovierung am Wohnungsbau drastisch zu erhöhen – von derzeit 15 % auf 60 % im Jahr 2040. Parallel zur Erneuerung des veralteten Wohnungsbestands sollen im ganzen Land typisierte Wohngebiete „Neues Usbekistan“ errichtet werden, deren Anzahl auf 120 erhöht werden muss. Moderne Ansätze zur Urbanisierung wurden auf einer Sitzung unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik, Shavkat Mirziyoyev, erörtert, wie sein Pressedienst mitteilte.
Die Aktualität des Renovierungsprozesses wird mit der Steigerung der Effizienz der Landnutzung begründet. Denn laut Berechnungen internationaler Experten könnte die ungeordnete Ausdehnung von Siedlungen in einigen Regionen in Zukunft zu einem Mangel an landwirtschaftlichen Flächen führen.
Wie Vertreter der zuständigen Behörden dem Staatsoberhaupt berichteten, wurden in den letzten acht Jahren 120 Millionen Quadratmeter Wohnfläche oder über 600.000 Häuser und Wohnungen gebaut und in Betrieb genommen. Dabei wurden den Bürgern zinsgünstige Hypothekendarlehen in Höhe von 103 Billionen Sum (8,4 Milliarden US-Dollar) gewährt. Dieser Prozess gab der Entwicklung der Baustoffindustrie einen Impuls. Der Urbanisierungsgrad stieg von 40,3 % im Jahr 1991 auf 51 %.
Aber, wie Mirziyoyev betonte, ist die geleistete Arbeit noch immer unzureichend. Im Land entstehen jährlich etwa 200.000 Familien, was ein Wachstum der Nachfrage nach Wohnraum, Straßen und sozialer Infrastruktur bedeutet. Darüber hinaus entfallen derzeit durchschnittlich 18,9 Quadratmeter Wohnfläche auf eine Person, obwohl dieser Wert auf mindestens 23 qm erhöht werden muss. Daher wurde den Beamten angewiesen, die Bauleistung von Neubauten bis 2040 auf 280.000 Wohnungen pro Jahr zu steigern.
Was die Pläne für die nahe Zukunft betrifft, so nannte der Präsident folgende Aufgaben. Im Jahr 2026 sollen Häuser mit 140.000 Wohnungen in Betrieb genommen werden, im folgenden Jahr 150.000 und im Jahr 2028 160.000.
In der Sitzung wurde auch die Frage der Vereinfachung des Dokumentationsverfahrens angesprochen. Derzeit dauert der Prozess der Genehmigungserteilung in der Bauindustrie 90-120 Tage. In der internationalen Praxis hingegen dauert die Genehmigung von Projekten dank des Mechanismus „baufertiges Land“ nicht länger als zwei Wochen. Mirziyoyev billigte den Vorschlag, ein ähnliches System in Usbekistan einzuführen. Gemäß der Neuerung werden die Genehmigungsdokumente vor der Versteigerung der Grundstücke ausgestellt. Dabei wird es verboten, nicht baufertiges Land zur Versteigerung anzubieten, und die Verfahren werden transparent und in kurzer Zeit abgewickelt.
Es wurde darauf hingewiesen, dass die Qualität der Häuser weitgehend von der Projektdokumentation abhängt. Daher muss die Tätigkeit von Organisationen wie „ToshboshplanLITI“, „UzshaharsozLITI“, „UzGASHKLITI“ und Qishloq qurilish loyiha grundlegend verbessert werden. Zu diesem Zweck werden ausländische Fachkräfte in diese Strukturen eingebunden und moderne Managementsysteme eingeführt.
Darüber hinaus werden digitale Technologien umfassend für eine kompetente und effiziente Planung von Urbanisierungs- und Wohnungsbauprozessen eingesetzt. Insbesondere werden Experten eine Informationsplattform »„Uy-joy“ mit General- und Masterplänen für Siedlungen entwickeln, sowie eine Datenbank für baufertige Grundstücke „Yer bank“», eine einheitliche Datenbank für Mehrfamilienhäuser, ein Treuhandsystem (Escrow), ein Bewertungssystem für Bauträger und mehr.



