Die Behörden Usbekistans haben Projekte zur Schaffung von Parks der Kreativindustrien entwickelt. Solche Zonen werden in der Hauptstadt der Republik, auf dem Gebiet von Neu-Taschkent und im administrativen Zentrum von Karakalpakstan – Nukus – entstehen. Die Details dieser Initiative wurden dem Präsidenten des Landes, Shavkat Mirziyoyev, auf einer Sitzung zur Entwicklung der Kreativwirtschaft vorgestellt, wie der Pressedienst des Staatsoberhauptes mitteilte.
Die Beamten präsentierten ausführlich das Konzept für den Hauptstadtpark. Es ist vorgesehen, hier Spazierzonen und Kunstobjekte unterzubringen. Auf dem Gelände werden auch eine Schule des internationalen Programmiernetzwerks, ein Buchcafé, Sportplätze, Pavillons für künstlerisches Schaffen, Coworking-Spaces, Film- und Tonstudios, ein Campus für Jugendliche und ein Hotel eingerichtet. Es wurde betont, dass das Projekt auf der Grundlage einer öffentlich-privaten Partnerschaft umgesetzt wird.
In einem ähnlichen Park, der in Neu-Taschkent liegen wird, sollen für kreative Bewohner Büro- und Arbeitsräume sowie kommerzielle und Serviceeinrichtungen bereitgestellt werden.
In Nukus wird ein Pavillon im Park „Istiqlol» in eine spezialisierte Wirtschaftszone umgewandelt, wobei dieser Raum zu einem multifunktionalen öffentlich-kulturellen Zentrum wird. Bemerkenswert ist, dass hier der nationale Pavillon Usbekistans aufgestellt wird, der auf der EXPO-2025-Ausstellung präsentiert wurde. Daneben wird eine moderne Bibliothek gebaut.
Die Schaffung von Parks der Kreativindustrien soll der Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges zusätzlichen Schwung verleihen, der, wie auf der Sitzung festgestellt wurde, in vielen Ländern zu einem der Hauptwachstumstreiber wird. Auf diesen Bereich entfallen 3-7 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP).
In Usbekistan betrug der Anteil der Kreativwirtschaft am BIP im Jahr 2024 3,7 % oder 56,8 Billionen Sum (4,6 Milliarden US-Dollar). Der Export überstieg 770 Millionen US-Dollar. In diesem Geschäftssektor sind mehr als 319.000 Menschen beschäftigt.
Die Behörden der Republik unterstützen den Bereich durch die Gewährung von Vergünstigungen. Beispielsweise wurde der Einkommensteuersatz für Vertreter der Kreativindustrien von 12 % auf 6 % gesenkt.
Durch solche Maßnahmen soll bis 2030 der Anteil der Kreativwirtschaft am BIP auf 5 % oder 145 Billionen Sum (11,7 Milliarden US-Dollar) erhöht, das Exportvolumen auf 1 Milliarde US-Dollar gesteigert und mehr als 500.000 Einwohner des Landes beschäftigt werden.
Auf der Sitzung wurde auch die Tätigkeit von Kulturzentren erörtert. Es wurde darauf hingewiesen, dass etwa 800 solcher Einrichtungen renovierungsbedürftig sind, die meisten Zentren werden nach alter Art genutzt und beschränken sich auf die Durchführung von Feierlichkeiten. In diesem Zusammenhang wurde ein Pilotprojekt entwickelt, im Rahmen dessen 4 Zentren in Taschkent, Kokand, Buchara und Samarkand in moderne Einrichtungen umgewandelt werden, die nach dem Prinzip „Kultur – Bildung – Freizeit – Dialog“ funktionieren. Hier werden Clubs, Werkstätten, Studios und Zirkel in verschiedenen Richtungen organisiert.
Die Beamten widmeten sich auch dem Bildungsbereich. So ist geplant, in Taschkent eine Hochschule für traditionelle Künste nach dem Vorbild der Schule des britischen Royal Foundation zu gründen. An dieser Hochschule beginnt die Ausbildung von Bachelor- und Masterstudenten in Keramik, dekorativer Malerei, Kalligraphie und Architektur, Geometrie und biomorphen Ornamenten. Der Unterricht wird auf Englisch nach einem zweijährigen Programm durchgeführt.
Während der Präsentation wurden auch Pläne zur Eröffnung eines Nationalen Restaurierungsinstituts, Projekte zur Restaurierung der Bibi-Khanum-Moschee in Samarkand und des Sommeramphitheaters des Palastes „Turkiston“ in Taschkent erörtert. Es wurde betont, dass die Arbeiten in voller Abstimmung mit der UNESCO durchgeführt werden müssen.



